DIE SPEISE DER GÖTTER
Schokolade ist zart - und meistens dunkel. So dunkel wie die Geschichten um ihre Herkunft. Sie zergeht wunderbar süß auf der Zunge. Aber dort, wo die Kakaobohne wächst, in Westafrika und der Karibik, verursacht sie bittere Armut. Hinter jeder Tafel Schokolade, hinter jedem Osterei wartet eine Geschichte darauf, erzählt zu werden. Sie handelt von Kinderarbeit, Hunger und Elend.
Schokolade wird heute zu 90% in den Industriestaaten verzehrt, doch sein Hauptbestandteil, der Kakao, wird ausschließlich in Ländern der tropischen Breitengrade erzeugt. Mehr als die Hälfte der weltweiten Kakaoproduktion kommt aus Westafrika. Die dortigen Länder sind zu großen Teilen auf den Kakaoanbau angewiesen.
Allein an der Elfenbeinküste und in Ghana leben 1,3 Millionen Familien vom Anbau der braunen Bohnen. Auch die deutsche Schokoladenindustrie bezieht mehr als die Hälfte des Rohkakaos aus der Elfenbeinküste. Darüber hinaus ist noch Ghana bedeutend, das 20% des Rohkakaos für die hiesige Industrie bereitstellt.
Der Kakaobaum liebt es feucht-heiß: er gedeiht am besten bei Temperaturen von 25-28° Celsius. Da er keine großen Ansprüche an Sonnenlicht stellt, wird er häufig unter Schattenbäumen gezogen oder in Mischkultur angebaut - oftmals unter katastrophalen Bedingungen.
Hungerlöhne, unwürdige Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit bis zu Kinderhandel und Zwangsarbeit sind in vielen Kakaoplantagen an der Tagesordnung.
Das Schleppen schwerer Säcke in brütender Hitze, unzureichende Ernährung, Schlafen auf nacktem Fußboden, der Einsatz von Pestiziden auf den Plantagen- all das gehört zum Arbeitsalltag von Tausenden von Kindern, die zudem oft niemals Geld für ihre harte Arbeit sehen. Schokolade ist für sie ein unbezahlbarer Luxus. An Schule ist gar nicht zu denken.
Der Preis der Kakaobohnen schwankt so stark, dass die Kakaobauern kein gesichertes Einkommen zum Leben haben und ihre Kinder mitarbeiten müssen. Denn der Kakaomarkt ist höchst instabil: Politische Unruhen u.a. Ereignissen sorgen für große Schwankungen auf dem konventionellen Kakaomarkt. Für fair gehandelten Kakao dagegen ist ein Mindestpreis festgelegt. Er enthält einen Aufschlag von US$ 150 pro t für soziale und ökologische Investitionen. Für Kakaobohnen aus organisch-biologischer Anbauweise zahlt der Faire Handel einen Zuschlag von US$ 200,- pro Tonne. So gewährt der Faire Handel ein existenzsicherndes Einkommen für die Familien der Kleinbauern - damit Kinder zur Schule gehen können, anstatt auf den Plantagen zu schuften!
Klicke diese Links an, wenn du mehr über die Kakao-Anbaugenossenschaften erfahren willst, die für den Fairen Handel produzieren:
Kavokiva, Elfenbeinküste
El Ceibo, Bolivien
Conacado, Dominikanische Republik
Weitere Links:
Kakao-Geschichten: Alltag von Kakao-Kleinbäuerinnen und Kleinbauern
Schokoladen-Special der GEPA mit Infos über faire Produktion
Infos von "Homborg - finest food" zu Schokolade, Kakao und Kakaoanbau
Um den Fairen Handel mit Kakao zu fördern, suchte hamburg mal fair von März 2007 bis Mai 2008 die Schoko-Agenten - die im Auftrag der Süßen Fairsuchung die Lizenz zum Fairnaschen erwerben konnten. Mehr zu dieser Aktion findet ihr hier.
Eine aktive Schülerfirma am Gymnasium Altona, die ihre eigenen fair gehandelten Schokoladenriegel vertreibt: FairChoc
Interessant für LehrerInnen und WeltladenmitarbeiterInnen: Zu dem Thema Kakao gibt es auch Bildungskoffer, die ausgeliehen werden können.
Termine und Empfehlungen
Guck ma:
Inspirationen zum Thema
Fairness und Fair Trade
Heute: "I wear only sweat"
(Kurzfilmwettbewerb Rec:A Fair, 4. Platz)
Hamburg ist Fair Trade Stadt
Mehr Infos: hier
"FAIR glüht!" - PunschRezept
------------------------------
23. Februar 2012, 19.30 Uhr
Arbeitsbedingungen in der globalisierten Textilindustrie
Veranstalter: "Neugraben fairändern" in Zusammenarbeit mit Clean Clothes Campaign/Hamburg
Bücherhalle Neugraben
Infos: info@neugraben-fairaendern.de
------------------------------
29.Februar 2012, 11-12 Uhr
Fair Trade Botschafter kassieren für Fairness
Einkaufen und Gutes tun! Alle Einnahmen gehen zugunsten der Arbeit von hmf
Eine Aktion des Projekts Ideen-Initiative-Zukunft
Ort: dm-Markt Harburg, Lüneburger Str. 48
Info: info@hamburgmalfair.de
------------------------------
02.-04. März 2012, Wochenendseminar
Den Fasern auf der Spur - Öko und Fair: Fasern und mehr!
Ort: Deula, Am Sande 20,
37213 Witzenhausen
Anmeldung bis 20. Febr. 2012
Veranstalter: Fair-Handels-Beratung Hessen
Info: info@weltlaeden-hessen.de
T. 06421 620127
----------------------------
12.-15. April 2012
Branchenleitmesse "FAIR HANDELN"
Mehr Infos: www.fair-handeln.com
------------------------------





